Stiftung Mercator

Wie können sich Bundesländer beteiligen?

Die Junge Islam Konferenz ist das erste wissenschaftsbasierte Dialogforum für junge Menschen mit und ohne muslimischen Migrationshintergrund. Im Zuge der hohen Akzeptanz des Projekts, das 2011 als Pilot gestartet ist und sich seither sehr erfolgreich im Spannungsfeld zwischen Bildung, Wissenschaft und Politik etabliert hat, fördert die Stiftung Mercator die Erweiterung der JIK bis 2019 von Bundes- auf Länderebene. Seit 2013 können sich alle Bundesländer zur Einführung einer Jungen Islam Konferenz (JIK) auf Landesebene bewerben und eine formlose Interessensbekundung an die JIK richten. Erste Informationen zum Ablauf bzw. zur Einrichtung und Durchführung der JIK auf Länderebene gibt es in der folgenden Kurzübersicht:

Konzeption und Kooperation

Gemeinsam und unter Berücksichtigung der festen JIK-Projektmodule werden das Konzept für das JIK-Länderformat für das jeweilige Bundesland besprochen und anschließend mit den zuständigen Ressorts der Bundesländer (und mit ggf. eingebundenen weiteren Projektträgern) Kooperationsverhältnisse zwischen dem Bundesland und der forum Kk&b gmbh  (JIK) zur Pilot-Durchführung und zur jährlichen Weiterführung der Länder-JIK für drei Jahre eingegangen.

Finanzierung und Zusammenarbeit

Die gesamten Kosten für den strukturellen Aufbau und die Etablierung der Jungen Islam Konferenz auf Länderebene im ersten Jahr werden von der forum k&b gmbh gestellt. Die Finanzierung der Fortführung der Länder-JIK (ggf. mit Beteiligung von Trägerschaften) obliegt im Anschluss an die Anschubfinanzierung beim jeweiligen Bundesland. Die Bundesländer sind in der gesamten Zeit am Planungsprozess und an der Durchführung der Länder-JIK in ihrem Bundesland eingebunden. Regionalspezifische Kontexte und Besonderheiten finden auf diese Weise besondere Berücksichtigung. Ab Jahr zwei der Kooperation liegt die Durchführung der weiteren drei Länderkonferenzen bei den Bundesländern in Abstimmung mit der JIK.

Durchführung der Länder-JIK im Bundesland

Ziel der JIK als Dialogformat „vor Ort“ ist es, jungen Menschen in ihrem Alltagsumfeld und in enger Zusammenarbeit mit zentralen politischen und zivilgesellschaftlichen Akteuren eine Plattform für Wissensgewinn, Austausch und Teilhabe an gesellschaftlichen Debatten zu bieten. Bis zu 40 junge Menschen im Alter von 17 bis 23 Jahren nehmen an den Länderprogrammen teil. Gemeinsam arbeiten sie in den Projektmodulen "Vorbereitungsseminar", "Planspiel" und "Dialogforum", in denen Islam- und Muslimbilder in Deutschland gemeinsam analysiert werden, um den Umgang mit Minderheiten in Demokratien hieran exemplarisch zu debattieren. Aktuelle Schwerpunktthemen im durchführenden Bundesland werden hierbei in verschiedenen Formen aufgegriffen und gemeinsam mit Experten aus Wissenschaft, Politik und Praxis bearbeitet. Die Teilnehmenden können sich im Nachgang der Länder-JIK verschiedenartig in das Gesamtprojekt einbringen.

Wissenschaftliche Begleitung des JIK-Länderkonferenz

Im gesamten Durchführungszeitraum begleitet die am Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin angesiedelte Forschungsgruppe „Junge Islambezogene Themen in Deutschland“ (JUNITED) die Länder-JIK. Den durchführenden Bundesländern wird exklusives, länderspezifisch erhobenes Datenmaterial zu Islam und Muslimen sowie zu Einstellungsmerkmalen der Bevölkerung des Bundeslandes  in Form von Länderinformationsheften zur Verfügung gestellt.

Diversity Peer Ausbildungen und Lehrerfortbildungen als optionale Angebote

Den Bundesländern wird zudem eine Ausweitung des Projekts auf die Ebene der Schulen angeboten, um den Dialog in die Breite zu tragen. Die pädagogische Erweiterung sieht unter anderem die Ausbildung von peer dviersity TrainerInnen bzw. die Fortbildung von Lehrkräften, Lehrerfortbildnern und freien TrainerInnen vor. Die Umsetzung der JIK auf Schulebene ist optional. Auch für Städte und Kommunen sind in diesem Zusammenhang Anbindungs- und Kooperationsmöglichkeiten vorgesehen. Die möglichen (Ausführungs-)Formate werden in enger Absprache mit den teilnehmenden Bundesländern und durchführungsrelevanten Akteuren konkretisiert. Die Ausbildungen und Fortbildungen für den Einsatz in Schule sind partizipativ entwickelt und berücksichtigen eine methodisch begleitete Umsetzung im Unterricht zu Themen wie „Umgang mit kultureller und religiöser Vielfalt“, „Diskriminierung“ und „Demokratieverständnis im Umgang mit Minderheiten“.

Sprechen Sie uns gerne direkt an, wenn Sie detaillierte Informationen zu der Erweiterung sowie zu den Austragungsformaten der JIK auf Bundes- und Landesebene wünschen.