Stiftung Mercator

Hintergrund zum Projekt Junge Islam Konferenz

Über die Junge Islam Konferenz

Die Junge Islam Konferenz – Deutschland ist ein Think-Tank, Dialogforum und MultiplikatorInnennetzwerk junger Menschen im Alter von 17 bis 25 Jahren. Sie ist ein Projekt der forum k&b und der Humboldt-Universität zu Berlin, gefördert durch die Stiftung Mercator. Als bundesweites Forum bietet die Junge Islam Konferenz jungen Menschen eine Plattform für Wissensgewinn, Austausch und Intervention in gesellschaftliche Debatten. Das Projekt wird durch die Forschungsgruppe JUNITED an der Humboldt-Universität zu Berlin wissenschaftlich begleitet.

Als Projekt der außerschulischen politischen Bildungsarbeit bietet die Junge Islam Konferenz bundesweit Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine Plattform für Wissensgewinn, Austausch und Intervention in gesellschaftliche Debatten. Inhaltlich fokussiert die JIK die in der Öffentlichkeit bestehenden Bilder von Muslimen und die eng damit zusammenhängenden Politiken. Studien der letzten Jahre zeigen ein konstant hohes Niveau anti-muslimischer Stereotype gerade in Deutschland. Die JIK möchte in der Öffentlichkeit vorherrschende anti-muslimische Stereotype kritisch analysieren und in einem geschützten Rahmen den polarisierenden Themenkomplex „Islam und Muslime in Deutschland“ behandeln. Dabei liegt der Schwerpunkt weniger auf einer spezifischen Beschäftigung mit muslimischer Religiosität, Praktiken und Gemeindestrukturen. Vielmehr wirft die JIK einen kritischen Blick auf gesamtgesellschaftliche Entwicklungen und sieht dabei die Notwendigkeit, auf die gesellschaftlichen Diskurse und entfremdenden Begriffspraxen zu reagieren. Die JIK ist gleichzeitig ein MultiplikatorInnennetzwerk, das durch seine vielseitig engagierten Mitglieder aktiv Veränderungsprozesse in der Gesellschaft für ein gelingendes Zusammenleben auf der Grundlage gegenseitigen Verständnisses anstoßen möchte.

Zwischen 2012 und 2016 werden jugendliche Dialogforen mit festen Strukturen auf Bundesebene (Bundes-JIK) und Länderebene (Länder-JIK) etabliert. Dafür haben alle 16 Bundesländer die Möglichkeit, sich für die Einrichtung und Durchführung einer Länder-JIK zu bewerben. In bis zu vier Bundesländern werden die Stiftung Mercator, die Forum K&B GmbH und die Humboldt-Universität zu Berlin in Kooperation mit den entsprechenden Bundesländern die Junge Islam Konferenz durchführen.

Ziele und Arbeitsweisen der Jungen Islam Konferenz?

Die Junge Islam Konferenz hat zum einen zum Ziel, jungen Menschen über Seminare, Planspiele und Konferenzen auf Länder- und Bundesebene eine Plattform zur Weiterbildung und Diskussion zu Themen rund um Islam und Muslime in Deutschland zu bieten. Dabei setzt sie an den Erfahrungswelten Jugendlicher an und bildet – nicht zuletzt aufgrund der durch die Teilnehmenden repräsentierten Vielfalt – ein Modell für das konstruktive Gestalten einer vielfältigen Gesellschaft.

Zum anderen begleitet die JIK mittels Alumniarbeit, Netzwerkstrukturen und konkreten Empfehlungen an Politik und Öffentlichkeit gesellschaftliche Diskurse, bringt sich in diese ein und setzt dabei eigene Akzente für eine plurale Gesellschaft. Damit ist die Junge Islam Konferenz das erste junge Forum für Jugendliche, das Forschung, Zivilgesellschaft und Politik in der politischen Bildungsarbeit rund um das Thema Islam und Muslime in Deutschland verbindet. Inhaltliche Expertise und tagesaktuelle wissenschaftliche Analysen sind die Grundlage ihrer Arbeit.

Welche Themen werden von der Jungen Islam Konferenz behandelt?

Im Kontext der kritischen Betrachtung realpolitischer Verhandlungen islambezogener Themen und deren Umsetzung durch staatliche Institutionen ist eine Auseinandersetzung mit der Lebensrealität von Muslimen erforderlich. Der JIK geht es allerdings nicht um eine spezifische Beschäftigung mit den verschiedenen Formen muslimischer Religiosität,  Praktiken und  Gemeindestrukturen. Vielmehr werden in der Gesellschaft vorherrschende Bilder, die Entstehung und Auswirkungen von Zuschreibungen und Diskriminierung problematisiert, die den betroffenen Personen ihre Individualität absprechen. So werden hier allgemeinhin verwandte Begrifflichkeiten diskutiert und die Notwendigkeit der Anerkennung von Vielfalt als selbstverständlicher Charakterzug der Gesellschaft herausgearbeitet.

Die thematische Fokussierung orientiert sich im Falle der Länder-JIKs an länderspezifischen aber für alle bedeutsamen aktuellen Debatten. Die Bundes-Konferenzen bieten eine geeignete Ebene, sich mit innenpolitischen Tendenzen, Regierungsvorhaben und –agenden auseinanderzusetzen.